Dienstag, 19. September 2017

Tipps zum Zusammenkleben von PDF-Schnittmustern



PDF-Schnittmuster sind meist günstiger als Papierschnitte und sofort verfügbar. Schon praktisch.

Wenn da nur nicht das lästige Zusammensetzen der einzelnen Seiten wäre. Viele Hobbyschneider hassen es. Ich mag es ganz gerne. Zuschneiden finde ich viel blöder.
Damit der Weg vom PDF zum fertigen Schnittmuster leichter fällt, habe ich ein paar Tipps notiert - für mehr Spaß beim Basteln!

1. Die richtige Unterhaltung

Das Schnitt-Zusammensetzen hat einen Vorteil gegenüber dem eigentlichen Nähen: Es macht kaum Lärm. Klar, die Seiten rascheln etwas, aber die ratternde Nähmaschine übertönt ja gern jedwede Unterhaltung. Das Puzzeln eignet sich hingegen hervorragend, um ein Hörbuch zu hören. Oder ein Hörspiel, einen Podcast, die Lieblingsmusik ...

Bunte Auswahl! Am liebsten höre ich Hörbücher aus der Bücherei.

2. Tinte sparen!

Dass man die erste Seite erstmal einzeln drucken und dann das Testquadrat auf die richtige Größe kontrollieren sollte, versteht sich von selbst. Ich mache aber noch etwas anderes: Ich stelle die Druckeinstellungen auf "Entwurf". Der Drucker druckt dann recht blass und "schraffiert" mit viel weniger Tinte und es geht auch sehr viel schneller als normales Drucken. Bei der ersten Seite schaue ich dann, ob diese Druckart bei dem Schnitt geeignet ist: Ob man alle Linien noch gut genug erkennt, ob die Passzeichen sichtbar sind, sprich, ob das Ganze auch in Sparstufe brauchbar wird. Wenn der Text nicht super lesbar ist, kann man ihn später nachmalen. Ist nicht für alle Schnittmuster geeignet; je dicker die Linien sind, desto besser funktioniert es.

Bei meinem Drucker gehe ich dazu bei Drucken auf "Eigenschaften" (des Druckers) und bei "Qualität" kann ichs im Drop down-Menü auswählen. Bei anderen Druckern kann man das einfach anklicken (weil man z.B. auswählen kann, ob man Text, Bilder oder eben einen Entwurf drucken will). Einfach ein bisschen suchen oder in die Bedienungsanleitung schauen :)

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3. Papier sparen!

PDF-Schnittmuster haben oft viele Seiten - wenn es zwei oder drei sind, kommts nicht so drauf an; wenn es 50 sind, ist es aber schön, wenn man sich ein paar Seiten sparen kann. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten (in manchen Ebooks sind sie auch beschrieben):
Manchmal braucht man nicht alle Varianten oder Teile eines Schnitts. Ein Oberteil hat vielleicht eine Kragen- und eine Kapuzenvariante oder es gibt lange und kurze Ärmel zur Auswahl. Bei manchen Schnittmustern steht über jeder Seite, teilweise sogar farbig markiert, welches Teil drauf ist - dann kann man einmal durchscrollen, sich die Seiten notieren, die man braucht, und nur die drucken. Im Drucker wählt man dann statt "Alle Seiten drucken" "Seiten: " Dahinter ist ein Freifeld, in das man die Seiten einträgt. Z.B. für die Seiten 1-15, 20-27 und 30-32: 1-5;20-27;30-32
Wenn es nicht auf den Seiten markiert ist, kann man mit etwas Erfahrung (und je nach Schnitt) beim Durchscrollen erkennen, welches Teil zu sehen ist.

Bild anklicken zum Vergrößern!

Bei einigen Schnittmustern kann man auch beim Scrollen sehen, welche Seiten ausschließlich Größen beinhalten, die man nicht braucht. Wenn ich Größe 36 drucken will und auf einer Seite sehe, dass dort nur die Ecke des Oberteils in Gr. 42-48 drauf ist, muss ich die Seite nicht mitdrucken. Am einfachsten ist es bei Schnittmustern, die jede Größe in einer anderen Farbe markieren, dann sieht man es auf den ersten Blick. Ist das nicht der Fall, braucht man etwas Erfahrung oder das Glück, dass zufällig die Größen an der Stelle dranstehen.

Die beiden linken Seiten sind für die ganz kleinen Größen überflüssig.

Ich nehme übrigens auch gerne Altpapier fürs Schnittmuster drucken - alte Schulmaterialien, Fehldrucke, alte Rechnungen ...
Allerdings: Wer viele Schnittmuster ausdruckt, könnte sich nach dünnerem Papier umsehen für eine einfachere Lagerung. Normales Druckerpapier ist schon recht voluminös.

4. Systematisches Arbeiten

Wenn man die gleiche Arbeit zigmal hintereinander erledigt, ist man schneller, als wenn man immer 5 verschiedene Arbeitsschritte wiederholt. Deshalb breite ich erst die alle Schnittmusterteile in der richtige Reihenfolge auf dem Fußboden aus (wenn der Schnitt zu groß ist, arbeite ich trotzdem in Etappen, hilft ja nix). Dann schneide ich die Ränder ab (immer oben und an der rechten Seite - man kann es auch andersrum machen.), aber nur dort, wo auch ein Schnittteil ist. Und dann wird geklebt, erst die waagerechten Reihen, dann die senkrechten. Ihr müsst es nicht genauso machen, aber systematisch geht es besser als wahllos.

5. Stoffgewichte gegen Verrutschen

Ich weiß nicht, wie's euch geht: Ich habe beim Festkleben immer eine Hand zuwenig. Ich schiebe die Blätter so zurecht, dass die Passzeichen aufeinandertreffen, halte sie an zwei Stellen fest, damit sie nicht wieder verrutschen und dann fehlt mir eine Hand fürs Tesafilm. Meine Lösung: Stoffgewichte. Ich nehme Unterlegscheiben, mehrere auf einmal, umhäkelt oder in Stoff eingenäht. Zwei bis drei davon auf die überlappenden Kanten der Seiten gelegt, schon kann nichts mehr verrutschen und ich kann sie problemlos zusammenkleben.

Ja, man kann auch gefüllte Einmachgläser, Konservendosen oder andere Dinge benutzen, aber die Gewichte sind schön klein und machen einfach mehr Spaß.

Diese Seiten rutschen nirgendwo mehr hin!

6. Einfacheres Abpausen mit Farbmarkierung

Manchmal ist es sinnvoll, bei einem PDF-Schnitt die eigene Größe nicht auszuschneiden, sondern abzupausen. Zum Beispiel, weil der Schnitt vielleicht später noch für andere Größen gebraucht wird (weil man manchmal Geschenke näht, den Schnitt der besten Freundin oder Schwester ausleihen möchte oder gerade abnimmt), man ihn aber nicht mehrfach drucken und kleben will.
Wenn der Schnitt in Schwarz-Weiß gehalten ist (oder die Linien dicht beieinander liegen oder die verschiedenen Farben durch den Entwurf-Druck nicht mehr so gut zu unterscheiden sind), ist es dann hilfreich, die eigene Größe mit einem farbigen Stift nachzuziehen. Macht das Abpausen wesentlich entspannter.


Viel besser erkennbar!

7. Vorm Kauf überlegen, ob die PDF-Version die beste Wahl ist

Sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber oft ist die Geldersparnis so verlockend ...
Manche Schnittmuster gibt es nur als PDF.  Bei anderen hat man die Wahl - und manchmal ist der Papierschnitt sinnvoller, auch wenn er teurer ist.
Zur PDF-Version greife ich, wenn der Schnitt für ein Kleinteil ist/wenige Seiten hat, ich den Schnitt sofort brauche oder Auslandsporto die Papierversion sehr unattraktiv macht.
Die Papierversion bevorzuge ich meistens - besonders bei großen Teilen oder Schnittmustern, die aus sehr vielen Seiten bestehen (80 oder 100 Seiten zu bedrucken relativiert auch den günstigeren Preis und hat man wirklich Lust dazu?). Das kann auch bei kleineren Teilen der Fall sein, wenn der Schnitt sehr viele Schnittteile oder Varianten enthält, viele Größen verfügbar sind (ich trage eine kleinere Größe und bedrucke viel überflüssiges Papier, wenn der Schnitt bis Gr. 52 geht) oder die aufgedruckten Größen nicht dicht aneinander aufgezeichnet sind, sondern verschoben liegen.
Was man auch bedenken muss: Ausgedruckte PDF-Schnittmuster verbrauchen sehr viel Platz bei der Lagerung. Das kann man mit dünnerem Papier etwas vermindern, aber auf Seidenpapier abgepauste Schnittmuster und dünne Originalversionen schlägt das auch nicht ...

Vielleicht helfen die Tipps ja ein wenig weiter - habt ihr noch mehr Tricks auf Lager, wie man sich das Leben mit PDF-Schnittmustern ein wenig erleichtern kann?

Lg
Nria

Sonntag, 17. September 2017

7 Sachen mit viel Geschnippel 38/2017

Immer wieder sonntags ... 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Tag Wochenende unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.
 

Tee gemacht zum Larpwaffenbasteln. Das Wetter war etwas kühler und nasser als erhofft ...


... was nicht optimal ist, wenn ständig Kleber trocknen muss, aber trotzdem habe ich einen Strauß Messerrohlinge zusammengeklebt.


Und bei der Gelegenheit auf einen Bilderrahmen neu geklebt, bei dem das Hinterteil einfach abgefallen ist. Den Aufhänger habe ich vorsichtshalber mal am vorderen, schwereren Teil angebracht. 


Ein warmes Unterkleid zugeschnitten. Die fröhliche Stoffgewichtparade drückt den (bei dickeren Stoffen voluminösen) Stoffbruch nach unten, damit die Rückseite wirklich gleich groß wird.


Zeitschriften zerschnippelt für mehr Filofax-Trennblätter.


Die Nägel braun lackiert - es wird eindeutig Herbst. Zu allen anderen Jahreszeiten frage ich mich, wieso um aller Welt ich braune Lacke habe ...
Draufgestampt sind übrigens Lebkuchenmännchen. Der Lack ist so schokoladenpuddingfarben, da wollte ich ein Essensmuster.


Endlich ein ungeliebtes Ufo beendet. Ok, die Knöpfe fehlen noch. Und der Kragen sieht getragen besser aus ;)

Dienstag, 12. September 2017

Was vom August übrig blieb

Im August haben wir wunderbar viel Zeit mit Freunden verbracht! Das Epic Empires ist rum und war wunderbar und aktiv (es war kühl und regnerisch - für unser Wohlbefinden ja viel besser als brütende Hitze). Wir waren mit Freunden im Zoo, haben Pen&Paper gespielt (der wunderbare Spielleiter hat uns ein Intro zusammengeschnitten!) und hatten eine Freundin zum Nähen zu Besuch.

Schöne Links im August:
Meister Petz betrachte die Zoobesucher. Später ist er dann lieber baden gegangen (Zoom Erlebniswelt Gelsenkirchen)

Für uns selbst genäht im August:
Retrokleid "Irene"
Wollbeinlinge fürs Larp
blaue Tunika fürs Larp
bestickte Kappe fürs Larp

Für andere genäht im August:
Einen Mantel für Hanas Liebsten (leider hat er, wie schon beim Wappenrock, den Stoff selbst gekauft, so dass ich ihn nicht zur Stoffstatistik rechnen kann ...)
Eine Helmdecke mit Kelchzaddeln (dito)
Mit anderen: Probeteil für ein Daenerys-Kleid. Wir sind gespannt aufs "richtige"!

Angefangene Projekte:
Freestyle Hoodie "Nelly" von Pattydoo, Arctic Party-Shirt

Pilgerlager auf dem Epic Empires - nur echt mit Fahnen und Kapelle
 
 Neue Schnittmuster, Anleitungshefte und Bücher:
Hana hat bei einem Blogsale zugeschlagen:
Butterick 5919 und 5951, ein Kleid mit Rückenausschnitt und zauberhaften gerafften Brust-Abnähern und ein Kleid mit Raffung in Schulternähten und senkrechten Taillen-Abnähern; McCall'S 6346, ein Kleid mit gerafftem Ausschnitt (das musste wirklich sein - Kaschme haut ein tolles Carmen-Shirt nach - dem - anderen - raus und mit jedem wurde ich neidischer!), und Colette 1009 Ceylon, ein geknöpftes Kleid mit Teilungsnähten und Ausschnitt in Bolero-Optik
Ich bin gespannt, ob der Butterick-Schnitt was wird, Raglan ist bei unserer Figur schwierig, aber mit der Raffung könnte es gehen.

Stoff gekauft: 2,55 m: Mist, noch bis zum 25.8. standen hier glanzvolle "0 m" und dann ... 0,5 m dunkelblauer Jersey, 0,55 m lila Patchworkstoff, 1,5 m Frottee (aber es waren nur reduzierte Reststücke und Dinge, die wir konkret für Projekte gesucht haben! Okay, der Patchworkstoff nicht. Aber der hat nur 1,70 € gekostet, der zählt fast gar nicht!)
Stoff vernäht: 5,9 m: 1 m Leinen, 1 m Mantelwolle, 1,4 m blaue Baumwolle, 0,5 m maritimer Jersey. 0,25 m Ankerjersey, 0,25 m dunkelblauer Jersey, 0,5 m Sommersweat, 1 m Leinen (dem Liebsten für eine Helmwulst gespendet)
Knöpfe vernäht: 5 (und 2 weitere, aber die wurden extra gekauft)

Im Pilgerlager auf dem Epic Empires gab es dieses Jahr ein Klohäuschen ... nicht benutzbar, aber durch "die Kloake" kann man ins Lager kriechen. Und dekorativ ist es doch wohl allemal, oder?


Wir freuen uns im September auf: 
Der September beginnt und endet mit Larp - gefällt uns gut! Zwischendrin schaffen wir's hoffentlich noch einmal zum Pen&Paper. Und Larpwaffenbau steht an, wenn das Wetter mitspielt (bei Regen trocknet das Latex einfach so schlecht ...). Drückt uns die Daumen, denn Hana hat da eine Mordslust drauf!

Sonntag, 10. September 2017

7 Sachen 37/2017

Immer wieder sonntags ... 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Tag Wochenende unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.


Zur Bücherei spaziert und einen Stapel Bücher mitgebracht. Und dann die Qual der Wahl: Welches lese ich zuerst?

  Nochmal die Qual der Wahl ... Kreuze gemacht. Meinen inneren Monk stört ja immer, dass die Umschläge zu schmal für Stimmzettel und Wahlbrief sind und man die querfalten muss.


Lauter Spekulatius gegessen. Außerdem stimme ich der Aldi-Zeitschrift zu: Herbst ist super!


Noch ein Buch bei den Schwiegereltern-in-spe abgestaubt. Leihweise, versteht sich.


Pucks auf kreative Weise benutzt: Die Form ist keine Springform, sondern hat einen von oben eingesetzten Boden. Kann so nicht auslaufen, aber man kriegt den Boden schwer raus - es sei denn, man legt was Stabiles unter den Boden und drückt den Rand nach unten, sodass der Boden nach oben geschoben wird.
Drin war ein Blaubeer-Streusel-Käsekuchen. War aber nur ok.


Aufgeräumt. Wollte mit Freunden nähen und ein vollgeschnittmusterter Tisch macht neue Projekte etwas schwierig.


Eine Ratsche umbemalt. In rot-blau-gelb sah sie etwas sehr kindlich-bunt aus, jetzt hat sie genau die richtigen Farben, um beim nächsten Turnier dem Herrn zuzujubeln.

Donnerstag, 7. September 2017

Festrobe für Olena, Teil 1 [WIP]

Nachdem ich am Wochenende mal wieder festgestellt habe, dass mir für meine Priesterin wirklich eine Festrobe fehlt, werde ich das Projekt jetzt mal angehen. Kann doch nicht so schwer sein!

Das normale Outfit (habe ich hier gezeigt) ist ja nicht schlecht, aber für besondere Gelegenheiten möchte ich einfach etwas schicker aussehen.

Anfangspunkt aller Überlegungen: Das Design.

Die grundsätzliche Optik ist dabei ziemlich einfach: Hana hat vor einigen Jahren nämlich bereits eine Festrobe für einen Oradin genäht, genauer gesagt, für den Charakter, der meinen Charakter ausbildet. Und diese Robe liegt sogar zufällig bei mir rum! Kann ich also prima als Vorlage benutzen:

Ja, da fehlt ein Knopf. Vermutlich liegt das Ding genau deshalb bei mir.

Schwarzer Samt und eine Klappe, die einerseits an die mongolisch/russisch/östliche Inspiration für Danglar erinnern soll und andererseits die vage Form einer Sense nachbildet. Okay, ganz vage.

Hier ist der obere Teil nochmal näher:

Der Stehkragen wird mit einem Riegel geschlossen.

 Schönes Detail: Wenn die Knöpfe nicht verblitzt sind, haben sie eine vage Sanduhrform. Ein Glücksgriff!

Was an einem sehr großen und breiten Mann gut aussieht, passt aber noch lange nicht zu einer kleinen schmalen Frau. Da Männer- und Frauen-Uniformen auch i.d.R. unterschiedlich geschnitten sind, erlaube ich mir wieder eine Variante. Bei meiner normalen Robe habe ich mir auch schon eine Extrawurst genehmigt. Und überhaupt ist ein völlig uniformer Look für mittelalterliche Verhältnisse eh doof, finde ich.

Was mir wichtig ist:
- ich will unbedingt die Klappe übernehmen, damit es einheitlich ist
- abgesehen davon hätte ich aber gern einen historischen, spätmittelalterlichen Look
- ich hätte gern ein eng anliegendes Oberteil und einen weit ausgestellten Rock; die Optik mit geradem Rockteil und Reitschlitzen finde ich an Frauen etwas fragwürdig für diese Art Robe
- vielleicht Ärmel, vielleicht nicht. Ich habe noch nicht herausgefunden, ob ärmellose Kleider für die von mir gewünschte Vorlagenzeit gehen. Wenn, dann aber bitte keine Tütenärmel - am Oberarm eng und unten vielleicht als Scheinärmel?

Lauter Testskizzen! Ja, die Klappe ist falschrum.

Erstmal habe ich einen Haufen Skizzen gemalt. Die vollständige war der erste Versuch, dann habe ich drumherum weiter getestet. Die Klappe zeigt auf den Bildern zur falschen Seite, weil ich die vorhandene Robe nicht neben mir liegen hatte und mich nicht an die Richtung erinnern konnte.
Endgültig habe ich mich noch nicht entschieden, wie das Ganze aussehen soll!

Ganz technisch korrekt sind die Skizzen übrigens nicht; für die gewünschte Rockweite werde ich nicht ohne Keile auskommen.

Und da kommt auch schon der Problempunkt: Der Stoff.

Die Vorlage ist aus schwarzem Baumwollsamt. Ich hätte lieber dünne schwarze Wolle. Dann siehts aber anders aus als die Vorlage. Und ich habe 1,30 m schwarzen Baumwollsamt hier rumliegen, der den Schrank verstopft und den ich gerne mal verbrauchen würde - gut, wenn ich dafür nicht meterweise neuen Stoff in meine Stoffstatistik schreiben muss, nehme ich gern den aus dem Schrank, aber die Menge reicht im Leben nicht für ein langes Kleid mit ausgestelltem Rock!
Samt nachzukaufen für Keile wäre blöd, dann hätte ich wieder größere Reste, denn Samt hat eine Strichrichtung und da kann ich keinen Keil umgedreht zuschneiden.

Daher überlege ich, Keile aus Wollstoff einzusetzen. Aber ob das gut aussieht? Da bin ich noch sehr unschlüssig. Und auch die Ärmel müsste ich dann aus einem anderen Stoff zuschneiden.

Auch die Knöpfe sind so eine Sache: Knöpfe mit Sanduhrmotiv zu finden ist so gut wie unmöglich. Ach, wie leicht haben es all die Leute, deren Wappen eine Lilie oder ein Löwe ist! Nichtmal googeln kann man das, weil "Sanduhr" ein extrem geläufiger Begriff im Modeumfeld ist.
Für meine Unterrobe (die man nie sieht) habe ich tatsächlich Knöpfe gefunden, die fast eine Art Sanduhr abbilden. Sogar in Anthrazit-Weiß! Der Haken ist: Mittelalterliche Knöpfe sind nicht flach und 2-4fach gelocht, sondern kugelig (oft aus Stoff) und mit Öse versehen. Wäre also eine Möglichkeit, ist aber Fantasyoptik.

Soweit sind meine Überlegungen bisher gediehen.
Meine nächste Vorgehensweise:
- weitere Infos über spätmittelalterliche Kleidung einholen. Mein Standardinspirationsbuch
- für ein Design entscheiden und den Schnitt erstellen
- - gucken, welche Stoffe ich brauche.

Also, auf gehts! Erstmal jede Menge Bilder, Informationen und Meinungen (vielleicht habt ihr auch welche?) sammeln. Ein schnelles Projekt wird das eher nicht - ganz sicher brauchen werde ich es aber sowieso erst in einem Jahr :)

Lg
Nria

Dienstag, 5. September 2017

Burda-Improvisation - Rote Leinenshorts

Vor Kurzem habe ich schonmal meine ersten Shorts gezeigt - taillenhoch, mit interessanter Taschenlösung und Bindegürtel.
Ist aber schon praktisch, mehr als eine kurze Hose zu besitzen. Und die Stoffvorräte wollen ja auch mal reduziert werden, also fischte ich einen roten Leinenrest aus dem Schrank (der war von der Lira-Robe übrig) und ging wieder auf Schnittsuche!

Bereits getragen und daher verknittert - ist halt Leinen!


Da ich ja offensichtlich immer um die Burda-Ausgaben mit Shorts-Schnitten drumherumgekauft hatte, musste ich auf den Schnitt für eine längere Hose ausweichen und kürzen. Entschieden habe ich mich für Modell 125 aus der Burda 09/2006, mit Hüftpassentaschen und breitem Bund, eigentlich eine Caprihose, aber ich habe Shorts draus gemacht.

So siehts unterm Shirt aus!

Die Form der Taschen fand ich prima (es standen auch Modelle mit geradem diagonalem Eingriff zur Auswahl), den breiten Bund hätte ich nicht unbedingt gebraucht, aber es ist gar nicht so einfach, eine Hose mit mittlerer Leibhöhe zu finden. Eine Menge Burdahosen sitzen dann doch auf der Taille oder Hüfte.

Mit dem Hosenreißverschluss lief es auch sehr gut. Wenn man das Prinzip erstmal kapiert hat, dauert es gar nicht lange. Den Bund habe ich noch mit Kamsnaps versehen, nachdem ich mich einfach nicht für Art und Farbe von Knöpfen entscheiden konnte.

Irgendwas fehlte dann noch zum Wohlfühlen ... nach kurzem Probetragen wusste ich auch, was: Potaschen!

Jetzt gefällts mir!

Hosen ohne Potaschen sind einfach nur halb so gut. Auf der Hose waren von Burda aus keine vorgesehen, ich habe dann welche in passender Größe improvisiert und aufgenäht, nachdem die Hose schon fertig war. Und schwupps, zehnmal so gute Hose!

Mit dem Beinabschluss bin ich nicht so ganz zufrieden. Ich glaube, man merkt da, dass es ursprünglich kein Shorts-Schnitt ist und das ist eigentlich auch der Grund, warum ich lieber einen "richtigen" Schnitt dafür genommen hätte: Irgendwie ist das nichts Halbes und nichts Ganzes. Möglicherweise habe ich den Saum nicht gerade, sondern nach unten enger verlaufend zugeschnitten? Vielleicht bin ich auch umgekrempelte Säume an Shorts gewöhnt? Mal sehen, ob ich auf Dauer damit glücklich werde.

Vorläufig bin ich jedenfalls recht zufrieden. Nur das Kombinieren ist nicht so einfach.

Verlinkt bei Handmade on Tuesday, Creadienstag und beim Jahres-Sew Along August: Beinkleidchen.
Schnitt: Hose 125 aus der Burda 09/2006
Material: rotes Leinen
Änderungen: Gekürzt.

Lg
Nria

Sonntag, 3. September 2017

7 Sachen 36/2017

Immer wieder sonntags ... 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Tag Wochenende unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.


Ein letztes Mal die schöne lange Turnier-Fahne geschwenkt. Und dann auseinandergenommen und eingepackt.


Die Nurdachhütte gefegt. Aufs obere Bett war ohne Leiter echt schwer raufzukommen, jetzt bin ich froh, dass das heimische Bett leichter zu erreichen ist.


Ein paar Blümchen bekommen, die der Knappe im Spiel dann doch an keine Dame verschenkt hat.


Zu Haus das Auto ausgeräumt. Helme transportiere ich dabei immer auf dem Kopf zwecks Wegersparnis. Der Hut gehört tatsächlich auf den Helm, sieht in nicht-verrutscht allerdings deutlich besser aus.


Neue Schätze ausgepackt: Den Tanz der Ritter-Becher hat die Orga verkauft, das bemalte Spandöschen gabs während des Spiels auf dem Markt.
Ach ja, und dann war da überraschenderweise noch ein Stoffhändler ...


Eine Umfrage zur Veranstaltung nicht gemacht. Beim Hochladen der Umfrage muss jemand einen Fehler gemacht haben, die Seite sagt, die Umfrage sei abgelaufen an einem Termin, bevor die Veranstaltung begonnen hat ...


Lieferessen verspeist: Leckerer Cheeseburger, sehr scharfe Aglio e Olio-Spaghetti und Knoblauchbrot.


Nach dem Con ist vor dem Con: Entwürfe für ein neues Kostüm gemacht ...

Mittwoch, 30. August 2017

Spontaner Claner-Rock mit Bordüre

Im Frühsommer waren wir zu einer Larp-Hochzeit eingeladen. Die, für die wir das "Rinder-Herz" (mit Bonus-Wurm) produziert haben.

Natürlich braucht man da was anzuziehen. Hana hat ja ihr Federkleid-Outfit; ich bin mangels Anlässen eher spärlich ausgestattet mit festlicher Larp-Garderobe. Die Sachen meiner Clanerin finde ich ganz schick (auch wenn sie mit höfischer Festmode natürlich nicht mithalten können), nur die Hose wirkte nicht so ganz feierlich ...
Das Deel habe ich von Vornherein nicht eingeplant - die Wollweste ist noch ok, aber eine lange Jacke aus dicker Wolle muss ich wirklich nicht bei hochsommerlichen Temperaturen anziehen.

Das Outfit kriegt immer mehr Stufen :D


Die kurze Anprobe meines Pöpke-Rocks ergab: Mit langem Rock siehts ganz annehmbar aus. Nur sah der graue Rock wie ein Fremdkörper aus, es ist ja sonst nichts Graues im Outfit.
Im Schrank lag noch ein Rest von Hanas Leinen-Wickelhose - blaues Leinen in genau ausreichender Menge für einen langen Rock. Hana hat nicht oder nicht laut genug protestiert, also wurde das Zeug konfisziert. Und genäht war der Rock auch schnell; zwei Rechtecke und zwei Keile zugeschnitten, zusammennähen, Versäubern nicht vergessen und die Säume. Oben wird der Bund mit einem Tunnelzug zusammengerafft, dann kann man sich auch schön am Buffet bedienen und das Bändchen unauffällig ein bisschen lockern ;)

Rückansicht. Der Rock ist aber ringsum gleich.


War aber noch etwas schlicht und langweilig und der gewisse Claner-Pep fehlte noch. Leider enthielten die Schränke und Stoffrestekisten keine dunkelroten Reste mehr (und Knallrot war mir ein zu großer Kontrast), aber glücklicherweise brachte eine liebe Freundin just zu dem Zeitpunkt eine Tüte mit aussortierten Stoffen und Resten vorbei und es war auch ein langes Stück roter Vorhang drin (der ist offenbar unten gekürzt worden). Genau die Farbe, die ich brauchte!
Es ist zwar Polyester, aber er wird so weit unten rumhängen, dass es keinen stören wird.

 Ich habe den leicht geschwungenen (um Zipfeligkeit vorzubeugen) Rocksaum auf Zeitung abgemalt und eine Bordüre entworfen: Breit und mit dem stilisierten Hörner-Motiv, das schon öfter im Outfit auftaucht.

Einzeln aufmalen. Einzeln ausschneiden. Einzeln annähen. Gar nicht mal so wenig Arbeit!

Zuerst habe ich ein breites Band parallel zum Rocksaum aufgemalt. Dann habe ich eine kleine Motiv-Schablone erstellt und überlegt, wie oft ich das Motiv auf dem Rock haben möchte (zu weit auseinander wirkt zu spärlich, zu dicht gedrängt ist auch nicht schön). Danach kann man die Abstände ausrechnen und auf der Bordüre die Stellen markieren, an denen die Schablone angelegt werden muss. Und schließlich wird die Schablone dort aufgelegt und abgemalt.

Das Ganze habe ich dann ausgeschnitten, auf dem Rock gut festgesteckt und mit schmalem Zickzackstich aufgenäht. Ist ein bisschen unsauber an den Kanten (es stehen jetzt Fädchen vom Stoff ab, die werde ich noch stutzen), aber ich hatte wirklich keine Lust, kurz vor der Deadline noch mit Vlieseline zu hantieren und die Bordüre mehrfach zu umranden ...

Bisschen Hellblau hätte ich auch noch reinbringen können. Aber man muss es ja nicht übertreiben.


Das Aufnähen war friemelig, weil man den ganzen Rockstoff ständig drehen muss für die geschwungenen Partien; zeitweilig habe ich die einfach im Rückwärtsmodus genäht, um mir eine weitere Drehung zu ersparen. Ist natürlich nicht die akkurateste Methode, aber hey, für einen Abend und einen nicht gerade adligen Charakter ...
Sehr zufrieden bin ich dafür mit den Seitennähten: Dort habe ich jeweils ein halbes Element mit etwas Nahtzugabe versehen und möglichst genau an sein Gegenstück angenäht. Weil sich der Polyesterstoff nicht so gut flachbügeln lässt, habe ich die Naht kurzerhand mit Zickzackstich geplättet und finde den Übergang an der Seite doch recht gelungen.

Outtake: Ohne Gürtel. Sieht ein bisschen ungewohnt aus.


Farblich fügt sich der Rock sehr schön ins Gesamtkonzept ein und mir gefällt die dreistufige Unterteilung sehr. Ich hatte überlegt, die Bordüre noch mit Knochenperlen zu ergänzen (Hana hat da eine ganz ergiebige Sammlung ;)), aber ohne richtig spezifischen Claner-Kram ist der Rock vielfältiger kombinierbar, vielleicht kann man ihn so auch mal für ein NSC-Outfit gebrauchen.

Hier gehts zu den anderen Teilen:


Verlinkt bei AfterWorkSewing.

Lg
Nria


Sonntag, 27. August 2017

7 Sachen 35/2017

Immer wieder sonntags ... 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Tag Wochenende unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.


Gestickt.


Geschenke verpackt. Das tolle Geschenkpapier ist von Flying Tiger.


 Kerzen in einen Kuchen gesteckt. Und kurz vor Mitternacht angezündet.


Mal wieder viel gewürfelt beim Pen&Paper. 


Zugeschnitten.


Fehler gefunden.


Den Nahttrenner an Manschetten angesetzt. Die Ärmel der neu erworbenen Jacke sind mal wieder viiieeel zu lang ...

 Eine Übersicht aller 7-Sachen-Beiträge findet ihr bei Grinsestern