Donnerstag, 8. Dezember 2016

Lira, die Löwin - rote Robe und Recycling-Gürtel

Letztes Jahr habe ich tatsächlich mal wieder einen neuen Charakter angefangen. Oder eher: Eine NSC-Figur von einem 2012er-Con als SC weitergespielt. Und zwar einen Magierlehrling.

Das ist Lira.

Lira gehört zur Magierakademie vom Weg des Roten Löwen. Deshalb sollte sie Rot tragen. Zum Glück hatte ich noch so einige Meter rotes Leinen im Schrank liegen, das ich für die Rotwehr-Wappenröcke gekauft hatte, bevor ich rote Wolle gefunden habe. Das habe ich dann gleich als Außenstoff und Futter verwendet. Wofür hat man's denn ...


Als Schnitt für die Robe habe ich einfach den meiner Oradin-Klamotte recycelt, etwas enger anliegend und die Ärmel noch mehr gekürzt. Ist ja nur ein Lehrling und soll nicht zu pompös aussehen.
Die Kanten habe ich mit Vorstich in Grau bestickt und dem Ganzen noch ein paar Knöpfe spendiert. In die hatte ich mich vor drei Jahren spontan auf dem Stoffmarkt verliebt und ohne bestimmten Verwendungszweck ein paar gekauft - sie sind kupferfarben, in der Mitte spitz nach oben gewölbt, fast wie ein leicht plattgedrückter kleiner Hexenhut.

Schöne Knöpfe, graue Stickerei und - hoppla! - schlampig angenähte Schlaufen.


Komplett in Rot hätte mir das Outfit nicht gefallen. Und meine Lieblings-Kombifarbe zu Rot ist Blau. Eine rauchblaue Wolltunika hing noch im Schrank, dazu habe ich spontan meinen hellgrauen Rock vom Pöpke-Outfit geklaut, der ist in Hellrot bestickt und ist daher das perfekte Gegenstück zur Robe.

Das I-Tüpfelchen ist ein kleiner Kragen, den ich aus dem Mittelaltertauschpaket im Nähkromantenforum entnommen hatte (er sah so winzig aus im Paket, und ich nahm ihn in die Hand und sagte: "Wem soll der denn passen??", und dann probierte ich ihn an ...). Der ist ebenfalls mit Vorstich umrandet und passt somit super zum Rest!
 Ich denke aber, ich werde den Knopf noch etwas nach innen versetzen und die Schlaufe kürzen. Aktuell verheddert sich die Kette etwas darin, die ebenfalls aus dem Paket stammt.

Und morgen die Weltherrschaft!


Der Gürtel gehörte schon auf dem 2012er Con (Danglar 1 – Erbauers vergessene Kinder) zum Kostüm. Der Con war eine danglarische Magierakademie, auf der sich als NSCs ein Haufen Magierlehrlinge mit verschiedenen "Fachgebieten" tummelte, und die sollten unterscheidbar sein. Wir haben dann verschiedenfarbige Roben gemacht (Grau für die Grauen Eulen, Rot für die Roten Löwen usw.) und für einen uniformierteren Look einheitliche Gürtel zum Umbinden, immer mit dem jeweiligen Wappen bemalt.

Das ganze Elend vorher!


Für die schnelle NSC-Klamotte war das auch ganz gut; für eine Spieler-Klamotte war der Gürtel aber ein bisschen zu quick 'n dirty. Deshalb wurde er im September überarbeitet. Ich habe den nur 1x umgeschlagenen Saum aufgetrennt, Vlieseline aufgebügelt, ein Futter und ordentliche (na ja ...) Nestellöcher hinzugefügt.

Nicht mehr ganz so labberig!

Hinten kann man das Ganze schnüren. Ein richtiger Verschluss wäre mir noch lieber, aber so ists variabler mit der Unterkleidung je nach Jahreszeit und es sieht tausendmal besser aus als das einzelne Band in der Mitte bei der Vorher-Version.

Das Schnürband war mal in einem Hoodie. Wir mögen kein Bändergezuppel an unseren Kapuzen.

Kein Hut diesmal. Dafür gehören die Haare zum Kostüm. Auf dem Ursprungscon habe ich meine schwarze Lockenperücke verwendet, weil ich die mal ausprobieren wollte (hatte ich mal mit meiner Olena-Perücke zusammen gekauft). Die stellte sich aber als qualitativ eher wenig überzeugend heraus und sah auch nur mit Hut zusammen halbwegs gut aus. Diese hier ist dunkelbraun und eher wellig als lockig und ich hatte sie gekauft, als ich mal einen anderen Händler ausprobiert hatte, einfach, weil sie mir gut gefiel. Zu Lira passt sie gut, denn die Frisur hat ein bisschen was von einer Löwenmähne ...

Ich denke, sie sieht echt genug aus, dass ich auf einen Hut zum Ansatzkaschieren verzichten kann. Hüte, Helme etc. strapazieren die Perücke nunmal auch. Die Farbe hat außerdem den Vorteil, dass es nicht so schlimm ist, wenn mal eine Strähne von meinen Haaren hervorrutscht.

Komm ihr nicht in die Quere, sie ist eine Löwin!

Das ist Lira. Morgen gehen wir zusammen auf einen Con und werden da bestimmt viel Spaß haben. Hoffentlich wirds nicht zu kalt!

Verlinkt bei RundumsWeib.

Lg
Nria

Mittwoch, 7. Dezember 2016

The Magic of Upcycling - umgenähtes Shirt

Eine Sache gefällt mir besonders daran, nähen zu können: Ich bin nicht mehr abhängig von den Designern und muss nicht mehr nach perfekten Dingen suchen. Ich kann Dinge kaufen, an denen mir Details gefallen, die ich nicht nachmachen kann - und sie dann nach meinen Vorstellungen ändern. Freiheit! Woohoo!

Das ist doch mal ein Unterschied!


Bei C&A bin ich über ein Tanktop gestolpert, dessen Druck mir gefallen hat - das musste ich für die Anreise zum nächsten Harry Potter-Con haben! Hat auch nur 5 € gekostet, da tut das Rumbasteln nicht weh.

Der Schnitt war nämlich unmöglich: Unten sehr weit und schlabberig, dafür an den Ärmeln so weit ausgeschnitten, dass der BH sichtbar ist. Wer denkt sich sowas bloß aus?

Vorher: So ein beknackter Schnitt!

Das Material ist zwei Drittel Polyester, ein Drittel Viskose. Polyester vermeide ich möglichst, aber es fühlt sich eher wie reine Viskose an, deshalb geht das schon. Als Kombistoff habe ich einen schwarzen Viskosejersey genommen, damit die Seitenteile ähnlich weich fallen.

Den Halsausschnitt wollte ich unbedingt erhalten, den Druck natürlich auch und so viel wie möglich vom unteren Saum.
Also habe ich erstmal die Seiten aufgeschnitten, den Saum der Armlöcher aufgetrennt (war überraschenderweise innen mit Schrägband verstürzt, das ich noch gut gebrauchen konnte) und das Shirt ausgebreitet, um verschiedene Kombinationsmöglichkeiten mit dem schwarzen Jersey auszuprobieren.

So kann mans auch gut auf ein Schnittmuster legen, um zu gucken, wieviel an den Schultern fehlt.

Es gab verschiedene Möglichkeiten: Ein geschwungener oder eckiger Einsatz, um keinen Saum nähen zu müssen, oder einfach gerade durchgehende Seitenteile.
Die Skizze ist etwas ungenau; tatsächlich war das Ursprungsshirt wesentlich schmaler als meine Schultern.

Rot: Originalshirt und Aufdruck; schwarz: Außenlinien vom Shirt; schraffiert: Schwarzer Jersey

Ich habe mich für Version 3 entschieden, das wirkte am besten bei dem Druck (und macht nicht so breite Hüften ...). Hinten musste ich eine geschwungene Linie ziehen, weil das Rücktenteil oben sehr schmal war und die Engstelle ziemlich weit nach unten reichte.

Dann habe ich zwei Schnittmuster gemixt: Mein Standard-Shirt Warm n Cozy aus der Ottobre und das Top 104 aus meiner allerersten burda (06/2004). Das hat nämlich Brustabnäher und die wollte ich schon ewig testen. Das Top hat allerdings keine Ärmel, also habe ich den Armausschnitt vom Ottobreshirt drangezeichnet, und das Top-Rückenteil saß beim Probeteil aus Billigjersey ziemlich schlecht, also habe ich das komplette Rückenteil vom Ottobreshirt verwendet.

Die Teilungsnähte habe ich dann auf extra abgemalte Schnittteile (ich wollte ja nicht meinen Standardschnitt opfern) übertragen und die zerschnitten - dadurch bekam ich eine schöne Schablone für die Seitenteile.

Nachher: Geschwungene Seitenpartie

Beim Auflegen musste ich feststellen, dass der schwarze Jersey (den ich schon fürs Rockteil vom geometrischen Kleid verwendet hatte) etwas knapp war - deshalb musste ich das Shirt kürzen. Hätte ich wohl sowieso machen müssen; es war einfach zu lang, aber ich hätte mir ja gerne den Saum erspart ... ihr wisst, die Faulheit.

Hier sieht man die geschwungene Rückenpartie gut.

Erspart hätte ich mir auch gern das Schulter-Theater: Erst habe ich vergessen zu berücksichtigen, dass die Schulternähte nach vorne gezogen sind - deshalb sind die Schulternähte der Seitenteile zwei Zentimeter weiter oben als die der Mittelteile. Das ist mir noch relativ egal. Blöd ist das, was man auf dem Zuschnittbild der Seitenteile erkennen kann und was mir erst nach dem Zuschnitt aufgefallen ist:

Finde den Fehler!

Genau: Die Schultern des Vorderteils (mit der geraden Teilungsnaht) sind viel schmaler (ungefähr halb so breit) wie die Schultern des Rückenteils. Gnaah!
Das liegt daran, dass ich beim Kombinieren der Schnittmuster nicht aufgepasst habe; die Schultern vom burda-Top sind schmal, weils ein Tanktop ist, die vom Ottobre-Shirt dagegen breit, weil Ärmel drankommen. Außerdem hat das burda-Top Abnäher, was das Anzeichnen eines neuen Ärmellochs etwas schwieriger macht. Es funktioniert generell, aber ich muss nochmal genau schauen, an welcher Stelle ich die Schulter beim Kombi-Schnitt verbreitern muss.

Diese Problemzone habe ich erstmal ignoriert, die Seitenteile an der Schulter so zusammengenäht, dass ich die Teilungsnähte nähen konnte und das habe ich dann auch erstmal gemacht. Und dann die Abnäher und Seitennähte genäht.
Ich habe übrigens herausgefunden, warum die Abnäher in Schnittmustern mit Teilungsnähten immer vor der Teilungsnaht enden: Es ist echt nicht einfach, über eine Naht hinweg einen Abnäher zu nähen! Meine haben jetzt Wellen drin. Habe aber keine Lust mehr, das zu ändern. In Zukunft werde ich an so einer Stelle aber meine Abnäher kürzen.

Viel besseres T-Shirt! Fällt sehr weich, aber das ließ sich nicht umgehen.

Erstaunlich schnell ließ sich das Problem mit der Schulternaht lösen: Ich habe die Schulternähte ein Stück aufgetrennt, eine Schablone gemacht und dann zwei Stücke eingesetzt. War in einer Viertelstunde erledigt und danach konnten auch die Ärmel eingesetzt werden. An die Ärmelsäume habe ich schließlich das von den Armausschnitten abgetrennte Schrägband genäht, für ein harmonischeres Gesamtbild und weil das Schrägband jetzt nunmal mühsam abgetrennt war und ich das nicht nutzlos gemacht haben wollte ...

Das Rückenteil ist etwas weit geraten.

Und das Ergebnis?

Vorher-Nachher


Ich liebe es! Bin super zufrieden, hätte ich im Vorhinein gar nicht gedacht, weil ich doch sehr unbegeistert war vom Schnitt. Die nächsten Cons als Magier (sei es generische Fantasy, sei es Harry Potter) können kommen!

Verlinkt beim Me Made Mittwoch.

Lg
Nria

Montag, 5. Dezember 2016

Was vom November übrig blieb

Mitte November waren wir auf einem Con, der war schön, wenn auch saukalt. Ende November haben wir endlich mal den ersten Fall von T.I.M.E Stories durchgespielt (ein ganz besonderes Brettspiel) und Fantastische Tierwesen angeschaut. Ein toller Film! Und besonders schön war das jährliche Nähkromantenwichteln.

Winter ist coming!


Für uns selbst genäht im November:
Upcycling-Kleid mit grauer Passe (Beitrag folgt)

Für andere gemacht im November:
Pferde-Patchworktasche  
Wichtelgeschenk 1 von Nria - Genaueres folgt später, aus offensichtlichen Gründen ;)
Wichtelgeschenk 2 von Nria: Kleiner Stoffdrache (Beitrag folgt später)
Lauter Adventskalender! 

Was man halt so macht Ende November ...


Angefangene Projekte: -

Gescheiterte Projekte: -

Neue Schnittmuster, Anleitungshefte und Bücher:
burda 5/2012, bei eBay erbeutet

Stoff gekauft: 5,2 m: 1 m Pinguinstoff, 1,2 m grauer Zopf-Strickstoff, 1,5 gemusterter Romanitjersey, 1,5 m gemusterter Jacquardsweat
Stoff vernäht: 1,1 m: ungefähr 30 cm Sweatreste, ca. 30 cm Patchworkstoffe, 50 cm grauer Zopf-Strickstoff
Knöpfe vernäht: -

Wir freuen uns im Dezember auf: Adventskalender! Noch ein Con für Nria. Und das Jahresende hat natürlich auch immer viel zu bieten!

Sonntag, 4. Dezember 2016

7 Sachen 45/2016

Immer wieder sonntags ... 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Tag Wochenende unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.


Die zweite Kerze angezündet.


Neue Stoffe gestreichelt. Sind sie nicht fantastisch? Und ja, ich kaufe in letzter Zeit öfter Stoffe - mein Stoffschrank quillt über, aber es sind quasi nur Stoffe für Mittelalterzeug drin, fast gar keine für den Alltag. Da habe ich tatsächlich "einen Schrank voll nix anzuziehn" ...


Ein Schnittmuster zusammengepuzzelt. Wenn ihr den Hoodie "Nelly" von Pattydoo auch so toll findet (er hat ganz viele Teilungsnähte!), empfehle ich euch, auf die Printversion des Schnitts zu warten. 70 Seiten ausdrucken und zusammenkleben macht wenig Spaß ... (und das für ein Sweatshirt!! Liegt an den vielen Teilen wegen Teilungsnähten und daran, dass der Schnitt von Gr. 32-54 geht und deshalb Einzelteile 5-6 Blätter brauchen, für die in den kleineren Größen 2 reichen würden. Ein-Größen-Schnittmuster haben durchaus Vorzüge ...)


Endlich die neuen Larpmünzen ins Larp-Geld-Döschen umgefüllt. Das Tütchen lag seit dem Kauf auf dem Wohnzimmertisch rum, weil irgendjemand zu faul zum Aufräumen war. Ist die Dose nicht die passendste Münzenaufbewahrung der Welt? :D


Murks gemacht. Warum steht denn da was über? Her mit dem Nahttrenner ...


Zum Nähen Weihnachtsmusik rausgesucht (das Hörbuch war alle). Ist schließlich schon der zweite Advent!


Gelesen. Sabriel ist eins meiner absoluten Lieblingsbücher - ich sollte mal eine Rezension dazu schreiben, damit ihr es auch alle lest. Die Zeitschrift habe ich mir am Essener Bahnhof gekauft, um 20 Minuten Zugverspätung zu überbrücken (für 5 Minuten Zugfahrt hätte ichs nicht gebraucht) - war aber echt uninteressant. Ich hätte mir was anderes gekauft, aber der Zeitschriftenladen war winzig und ich hatte nicht mehr viel Geld (alles auf dem Weihnachtsmarkt in leckere Dinge investiert - ich kann die Lebkuchenwaffeln empfehlen!).

Eine Sammlung von 7-Sachen-Blogeinträgen von heute findet ihr bei Grinsestern!  

Freitag, 2. Dezember 2016

(Not So) Sweet Nelly - royalblaue Wolljacke

Ich wollte ja mal öfter über misslungene Dinge schreiben, wie den Firefly-Bolero oder die Farbenmix-Adventskalendertasche 2012. Habt ihr übrigens schon den Beitrag über unser Cake Pops-Desaster gelesen?

Blau, aber Flop!

Die Jacke Sweet Nelly aus der Ottobre Woman Herbst/Winter 2008 ist kein Desaster. Mehr eine Mischung aus "passt nicht gut", "steht mir nicht gut" und "nicht mein Stil."

Hier erkennt man den gerüschten Kragen besser.


Ich werde bei Schnittmusterzeitschriften immer magisch von den Jacken angezogen. Ich mag Jacken einfach. Sie haben hübsche Formen und schöne Materialien zu bieten und praktisch sind sie auch noch ... und wie schick sie auf Technischen Zeichnungen aussehen!
Besonders schön sah Sweet Nelly aus. Bei "war ursprünglich eine Kinderjacke" hätte ich ja schon misstrauisch werden müssen, aber grundsätzlich mag ich Puffärmel halt.

Puffige Jacke!

Jedenfalls habe ich ein Probeteil aus grauer Baumwolle genäht - sah nicht schlecht aus, war mir aber etwas zu groß (Disclaimer: Die blaue Jacke ist mir heute auch zu groß, aber als ich sie genäht habe, hatte ich noch eine Kleidergröße mehr und die Jacke hat mir gepasst). Die "richtige" Jacke habe ich aus relativ dünnem royalblauem gewalkten Wollstoff genäht. Den hatte ich mal in großer Menge im Ausverkauf erstanden und auch meine historisch inspirierte Pöpke-Friesenjacke (ziemlich weit unten zu sehen im Beitrag) daraus genäht.

Das Futter ist blauer Futtertaft, dazu habe ich schnörkelige Knöpfe verwendet.

Die Knöpfe und Innenansicht der Vorderkante.

Für die Ärmel habe ich die gleichen Knöpfe in kleiner verwendet.

Hübsche Knöpfe. Die aufgesetzte Tasche überzeugt mich weniger.


Und das Ergebnis? Sieht ja nicht schlecht aus. Ist aber nicht Ich. Zu kindlich, irgendwie. Manchmal sollten Kinderschnitte wohl einfach Kinderschnitte bleiben ...
Schon schade, meine erste und einzige selbstgenähte Jacke (abgesehen von Larp-Jacken) und ich trage sie nicht.

Raffungen allüberall: An den Passen, Kragen, Ärmeln, Taschen ... dann doch too much.

Das Probeteil, das nicht mehr existiert, gefiel mir dagegen recht gut - der deutlich dünnere Stoff ließ die Ärmel weniger bauschig fallen und der graue Baumwollstoff war ein Kontrast zum "romantisch-niedlichen" Schnitt. Aber es passte nunmal nicht und ich glaube, die Verarbeitung war auch nicht so dolle, wegen Probeteil.

Diesem Schnitt zeige ich die kalte Schulter!

Aber ich habe draus gelernt: Aufgesetzte Taschen mag ich offenbar nicht, Puffärmel an Jacken auch nicht (an Shirts finde ich sie dagegen gut). Wenigstens waren die Stoffe nicht teuer.

Schnitt: Jacke "Sweet Nelly" aus der Ottobre 5/2008
Stoff: gewalkter Wollstoff, Futtertaft
Änderungen: keine

Lg
Nria

Mittwoch, 30. November 2016

Upcycling: Kauf-Sweatshirt mit neuer Schulterpasse

Im Schlussverkauf Anfang des Jahres habe ich in der Herrenabteilung ein flauschiges Sweatshirt gefunden, dessen Motiv ich sehr mochte. Für unter fünf Euro habe ich es mitgenommen, schon mit dem Gedanken "Das ist ein Bastelstück, kein fertiges Teil" - wie schön ist es, nähen zu können! Bevor ich zu nähen angefangen habe, hätte ich es bedauernd im Laden hängen gelassen.

Ihr seht die Misere ...

Über der Brust war das Sweatshirt etwas zu weit und hat Falten geworfen - das ist flott zu beheben. Die Ärmellänge ebenfalls. Mehr Sorgen machte mir der Grundschnitt: Raglan-Schnitte mag ich an mir nicht besonders - sie verschmälern optisch die Schultern und meine Schultern sind ohnehin schon so schmal. Durch den flauschigen Stoff sind die Nahtschatten sehr deutlich und die Nähte real auffälliger als auf den geblitzten Fotos.

Ich habe eine Weile rumskizziert und verschiedene Möglichkeiten von Schulter-Aufsätzen probiert, die die Schultern optisch wieder in die Breite ziehen sollen. Ursprünglich wollte ich einen rot-weiß gestreiften Stoff, das fand Nria aber "too much". Daher habe ich mir einen Rest von einem schwarzen Musterjersey geschnappt, aus dem Nria bereits ein Kleid genäht hat. Mit dem Reststück bin ich gerade so eben hingekommen - der Stoff ist jetzt wirklich restlos verbraucht!

Geometrie-Passe - danke an Nria für den Stoffrest!

Den Schnitt für die Schulterpasse habe ich einfach vom Sweatshirt abgenommen, Jersey ist ja passformtechnisch sehr dankbar. Nachdem ich an den Raglannähten vorn auf Brusthöhe etwas Weite rausgenommen habe, habe ich die Kanten der schwarzen Passe schmal umgeschlagen und dicht entlang den Kanten drübergesteppt.

Jerseybündchen sind so wunderbar weich und anschmiegsam ...

Damit sich der Musterstoff nochmal wiederholt (und weil ich die Ärmel ohnehin kürzen musste) habe ich die Ärmelbündchen des Sweatshirts durch Bündchen aus dem Musterjersey ersetzt.
Zum ersten Mal ausgeführt habe ich mein neues Lieblingsstück dann auf der Reenactormesse:


Nicht nur, dass das Sweatshirt jetzt besser passt und die Schultern optisch breiter werden ...


... das Sweatshirt ist jetzt auch viel interessanter und sieht insgesamt einfach viel mehr nach "Hana" aus. Letztens habe ich jemand mit dem Original-Pulli rumlaufen gesehn und hab mich gewundert, wie langweilig der plötzlich wirkte ...


Wie sieht's bei euch aus - näht ihr nur komplett neu, oder widmet ihr euch auch ab und an dem Upcycling?

Verlinkt beim MeMadeMittwoch.

Eine schöne Zeit wünscht
Hana

Dienstag, 29. November 2016

Zelda-Adventskalender

Ein letzter Adventskalender von mir dieses Jahr!


Beim Ausmisten habe ich ein altes Zelda-Computerspiel-Lösungsheft gefunden. Es lag jahrelang tief irgendwo vergraben und der Liebste hätte wohl auch nicht mehr reingeschaut, mochte sich aber nicht vom Heft trennen - ich fand die Illustrationen so schön und wirklich zu schade, um weitere Jahre in Kisten zu liegen und habe ihn gefragt, ob ich ihm aus dem Heft einen Zelda-Adventskalender basteln dürfte. Nach kurzem Überlegen seinerseits durfte ich!


Ich wollte die grünen Tüten oben spitz formen, so dass die Zelda-Figuren vor einer Gebirgslandschaft stehen. So richtig kommt die Assoziation nicht rüber, finde ich, dazu sind wohl die Figuren zu groß und die Tüten zu klein ... trotzdem gefällt es mir so besser als schnöde rechteckige Päckchen.


Schnippschnapp! Freigestellt sehen die Figuren noch schöner aus als zwischen den Texten im Heft ...


Für die Nummerierung wurde es diesmal etwas Besonderes: Jeweils ein Symbol aus dem Spiel klebt auf einer Zahlenleiste und auf den Päckchen. So sieht man nicht sofort, welches Geschenk für welchen Tag ist und darf jeden Morgen ein wenig suchen.


Der Adventskalender ist ziemlich einfach herzustellen und doch vor allem für Fans sehr effektvoll - wer kein altes Heft mit Motiven zur Hand hat, findet sicher auch viele Motive im Internet zum Ausdrucken.


Der Liebste freut sich nun, dass er das Heft zum "Ernten" freigegeben hat - er liebt seinen Kalender sehr und kann den ersten Dezember kaum abwarten ...

Wie sieht's bei euch aus - habt ihr auch altes Spielezubehör, von dem ihr euch nicht trennen könnt? Und habt ihr Zelda gespielt? Ich nämlich nicht ...

Verlinkt bei HandmadeonTuesday und Creadienstag.

Eine schöne Zeit wünscht
Hana